So kehrt auch hier die Nächstenliebe ein!

April 2018

Gelungene Operationen

Wir bekamen gleich drei schwer erkrankte Kinder vom Hope Hospital Kolkata zurück, wo sie operiert worden waren und wir staunen durften, wie gut sie sich erholt hatten. Ein 3-monatiges Kind mit einem Hydrocephalus (Wasserkopf) hatte einen Ventrikelshunt bekommen, um die stauende Gehirnflüssigkeit abzuleiten und ein 13-jähriges Mädchen, das wir zuvor in einem komatösen Zustand bei uns aufgenommen hatten.

Sie hatte eine Thalassämie (Anämie) mit einem HB von 2,0g% und dazu noch eine Tuberkulose und angeborene Fehlbildungen wie Schrumpfniere und Harnleiter-Fehlbildung, so dass sie inkontinent war. Die Angehörigen hatten sie schon aufgegeben und zu den Mutter Theresa Schwestern gebracht, die sie zu uns weiterverlegten.

Nach einer Bluttransfusion und beginnender TB-Behandlung, sowie auch Operation mit Implantieren des Harnleiters in die Blase hat sie sich so erholt, dass sie nun urinhaltend und aufrecht laufend sich fröhlich bei uns bewegte…. Kaum zu glauben.

 

Mit großer Erleichterung haben wir das Ergebnis der Biopsie von Borsha, dem Kind mit dem riesigen Beintumor aufgenommen, wo es sich um einen gutartigen Tumor (Lipomatom) handelte…

Vier Patienten im Bett...

Leider hat sich das Kind mit dem Hydrocephalus nächtens verschlechtert. Nach einer Infektion bekam es schwere Atemnot und wir mussten es ins Regierungskrankenhaus verlegen. Dort gab es kein freies Bett, in jedem Bett lagen mindestens vier Personen, ein kleines Eckchen eines Bettes konnte für unseren Notfall freigemacht werden, wo wir unser Sauerstoff-bedürftiges Kind mit Atemmaske hinlegen konnten. Die Mutter ganz scheu, hilflos daneben sitzend…. und wachend!

Aus Not nach Chennai

In unsere Sprechstunde wurde von einem Dorfhelfer ein junger Mann, Dhona, gebracht, der auf 26 Kilo abgemagert war. Um Geld für die Familie zu verdienen, war er als Bauarbeiter für 5 Monate nach Chennai gegangen. Nun kann er sich nur unter Atemnot noch bewegen… Vier seiner Brüder waren bereits jung verstorben… Nach rascher Diagnostik fanden wir eine Pleura-Tuberkulose heraus und begannen gleich die Behandlung.

Gynäkologische Hilfe

Wir hatten diesmal eine Gynäkologin, Sandra bei uns, die in den Dörfern mit den Frauen ausführlich über ihre gynäkologische Erkrankungen und Verhütung diskutierte. Die Frauen kamen zu uns ins Krankenhaus und haben die Vorsorge dankbar angenommen, wo sie nun die entsprechende Beratung und Behandlung bekamen.

Zuvor fanden innerhalb der üblichen Versorgung vor Ort keine klinischen Untersuchungen statt, sondern die Frauen erhielten meist pauschal ein dreifaches Antibiotikum für ihre gynäkologischen Erkrankungen, was sich dann mehrmals im Jahr wiederholte. So sind wir nun froh, dass wir unsere Frauen besser schützen und aufklären können über die Krankheitszusammenhänge…

Es gab immer reichlich Diskussionsstoff, da sehr viel Phantasievorstellungen hier kursieren... So werden die Frauen auch verantwortlich gemacht, wenn immer nur Mädchen geboren werden, statt des erwarteten und bevorzugten Jungen...

Gutes Volontärs-Team

Auch hatten wir eine Ernährungsstudentin, Elisa und eine Kinderkrankenschwester, Karin bei uns, die gemeinsam ein gutes Team waren und neue Moringa-Rezepten für unsere mangelernährten Kinder ausprobierten, mit anschließenden Kostproben.

Karin hat zudem das Family Planning Programm in den Dörfern weitergeführt mit Aufklärung der Mütter zu ihrem Zyklus und besonders auch die Lücke gefüllt, die sich nun ergibt, da unsere indische Kinderkrankenschwester uns verließ wegen einer Regierungsstelle, was immer das große Los gesellschaftlich bedeutet…

In kleinen Schritten

Trotz jahrelanger Schulung durch unsere Volontäre in Hygiene, was die Desinfektion der medizinischen Geräte und Schläuche betrifft, bleibt dieses Verständnis im Argen…. Was sind schon Bakterien, die man nicht sieht!… Affen, Schlangen und Hunden, die sich im Krankenhaus auch tummeln, kann eher der Garaus gemacht werden…

Wieder viele Herz-Kinder

Wir hatten wieder unseren Herzspezialisten bei uns, der alle verdächtigen Kinder mit Herzgeräusch untersuchte. Erneut hatten wir eine große Auslese an schweren Herzfehlern, Ein 15-Jähriger, Ragunath sogar mit nur einer Herzkammer und Verdrehung der Herzgefäße… Kaum zu glauben, dass er überlebt hat - Trommelschlegelfinger waren ganz deutlich zu sehen… Ganz dringend konnten wir die Operation des cyanotischen Kindes veranlassen.

Im letzten Halbjahr hatten wir 56 Kinder mit Herzgeräusch untersucht, wovon 21 einen Herzfehler zeigten und 15 von ihnen bereits eine Operation bekamen. Das ist doch eine große Ausbeute und wir sind dankbar, diesen Kindern helfen zu können. Allein finden sie keinen Zugang zu den Behörden, wo sie sich erst registrieren müssen und dann wissen sie nicht wie sie ins Herzzentrum kommen und verstehen die medizinischen Erklärungen der Ärzte nicht und laufen wieder davon, wenn sie überhaupt so weit kommen…

Ein ganz gewöhnlicher Alltag

Ein Sturm mit Regen und Gewitter fegt durch die Stadt und bläst auch gewaltig durch unser Krankenhaus. Da die Fenster nicht dicht sind ergießen sich bald Wasserströme, die durch das Treppenhaus fluten..., Türen schlagen auf und zu, so dass ein Türrahmen aus der Fassung gerät… Von den vielen kaputten Fensterscheiben ganz zu schweigen. Natürlich bedeutet das auch Stromausfall und am meisten verängstigt sind unsere Volontäre, die sich fast auf hoher See wähnen…

Die Patienten bleiben ruhig, da sie solches Unwetter gewohnt sind und in ihren Hütten meist abwarten. Danach sind unsere Toiletten verstopft und die Abwasserrohre müssen detektivisch freigelegt werden, da die Baupläne bei den Ordensschwestern sind, welche sie gut verschlossen haben und hüten. Nun sind auch die Hunde im Vorhof erkrankt, Jayanta hat sogleich einen Bandwurm festgestellt, was um so mehr das Vertreiben der Hunde nach draußen dringlich erscheinen lässt.

Unsere Krankenschwester bringt einen Patienten ins städtische Krankenhaus und kommt nicht mehr zurück, da sie eine Freundin dort trifft - die Ambulanz quillt voll, was wohl niemanden stört. Auch bekommen wir kaum mehr Medikamente geliefert, da das Finanzjahr endet und die Apotheken viele offene Rechnungen haben und streiken. In diesem turbulentem Alltag dürfen wir aber immer wieder staunen und Wunder erleben…

Der junge Mann Dhona, hat sich schon nach 14 Tagen TB-Behandlung so gut erholt, dass er ganz anders aussieht, wieder ein rundes Gesicht und mit kräftiger Stimme spricht… Welch eine Freude!!!

In der Kirche wurde vom Priester eine medizinische Untersuchung in unserem Krankenhaus angekündigt, so dass schon früh viele Patienten erschienen, auch schwer Kranke darunter, die diesen letzten Aufruf wohl ernst genommen hatten…. Wir sind froh, wenn wir helfen können, da die Santals Hilfen nicht gewohnt sind, und warten bis ihre Krankheit besser wird… oder auch nicht… So sind wir an unseren 12 Dorfgesundheitshelfern sehr froh, die nun gut geschult, die Patienten aus ihren Dörfern rechtzeitig zu uns bringen und langsam Verantwortung übernehmen.

 

...So kehrt auch hier die Nächstenliebe ein!

Gott ist ja mit uns...

Wenn ich ein sorgenvolles Gesicht aufkommen lasse, bekomme ich von meinem Mitarbeiter gesagt, es wird schon alles gut, Gott ist ja mit uns… Schön, wenn sie es auch merken und damit leben!!