Jubiläum! 15 Jahre St. Mary’s Krankenhaus
… wir feiern ein großes Fest mit unseren Patienten – und spüren den Segen Gottes…
Januar 2026
Ein Wunderwerk…
Gleich am ersten Tag führte uns Debashis in den Permakultur-Garten nahe dem Krankenhaus, um uns ein Wunderwerk Gottes dort zu zeigen. Es spross dort in unserem „Food Forest“ eine bunte Vielfalt von kräftigen Kohlsorten, Wurzelgemüsen, Bohnen, Auberginen, Tomaten, Spinat, sowie Moringa-, Papaya-, und Bananenbäumen. Debashis meinte, wir haben nach Silvis Planungen angepflanzt und es gedeiht mit der gesunden Erde so reichlich. Er meint, der Erfolg hängt mit unserer Absicht zusammen, dies für unsere mangelernährten Kinder zu tun. So ist Gottes Segen deutlich zu sehen.
Wahre Fürsorge
Im Krankenhaus sehen wir die 18-jährige Purnima wieder, die sich von ihrem Apoplex mit Halbseitenlähmung und Sprachstörung gut erholt hat. Ihr junger Ehemann kümmerte sich rührend um sie, was sehr ungewöhnlich ist, da die Männer tatsächlich oft ihre kranken Frauen verlassen. Der junge Mann hatte gerade die 12. Klasse beendet und ist in einer Liebesheirat mit Purnima verbunden. Er hatte den Abschluss nicht machen können, da sein Bruder keinen Job mehr hatte, und er Geld nun verdienen musste und in einer Reismühle arbeitet, um die Familie zu ernähren. Purnima hat gerade die 7. Klasse erreicht, als ihre Mutter starb und sie den Vater versorgen musste. Beide wollen wir animieren und unterstützen, doch ihre Schulbildung fortzuführen, zumal Purnima sich ganz erholt hat.
Unsere Neugeborenen
Die Neugeborenen-Vorsorge ist ein Kernstück von uns, da wir die Kinder von Anfang betreuen können und auch die weitere Entwicklung begleiten und therapieren können. So haben diese Kinder eine deutlich bessere Entwicklungschance. Auch spüren wir, dass die Mütter diese Vorsorge gut annehmen und gerne auch die Beratung zur Förderung der nächsten Entwicklungsschritte. Die Mutter-Kind-Interaktion zu beobachten, ist immer ein schöner berührender Moment.
Hochzeit mit 16
Bei dieser Vorsorge fällt mir wieder eine sehr junge Mutter auf, die auf Nachfrage angibt, gerade 17 Jahre alt zu sein, also mit 16 geheiratet hat. Sie lebt im Haus des Mannes, ihr eigener Vater und Bruder haben den Kontakt zu ihr abgebrochen, nur die Mutter hält noch die Verbindung zu ihr.
Für die Geburt hatte sie keine Begleitung oder Aufklärung, ebenso für das Stillen und Nachsorge blieb der Rat der Großmutter des Mannes noch übrig. Die Frauen nehmen alles so geduldig hin!!
Wer begleitet Suraj…?
Ein 12-jähriger Junge, Suraj kommt in die Sprechstunde, wir kennen ihn gut. Er hat eine aplastische Anämie, d.h. seine weißen Blutkörperchen und Blutplättchen und Hämoglobin sind stark vermindert. Wir wollten ihn in das Medical College (Uniklinik) nach Kolkata verlegen. Dort wurde er nicht aufgenommen, da er eine männliche Begleitperson zur Mitaufnahme bringen muss. Die Mutter wird nicht mehr akzeptiert nach dem 12. Lebensjahr!!! Sein Vater ist verstorben und er hat keine männlichen Verwandten mehr… So müssen wir nach einem geeigneten männlichen Kandidaten Ausschau halten.
Straßen Wirrwarr…
Die Straßenverhältnisse bleiben tagtäglich eine mutige Herausforderung. Ich wurde vom Krankenhaus angerufen, rasch zu kommen wegen eines Patienten, was sich nicht so leicht umsetzen lässt. Ich fahre mit meinem Ambulanzwagen gleich los, an einer Kreuzung verhaken sich 2 große Busse in einer engen Abbiegung und jonglieren hin und her. Dazwischen drängeln sich permanent Fahrrad-Motoradfahrer mit Frau und Kind hinten auf- zwischen den Lücken hindurch. Schließlich wird doch ein Mann, der an einem Tee Stand steht, von der Straße gefegt und landet in einer jauche-gefüllten Straßenrinne und kommt zum Glück- wenn auch dreckverschmiert bis zum Nabel- wieder zum Vorschein.
Raj und seine Mutter
Die Geschichte von dem 12-jährigen Raj berührt uns alle sehr. Die Mutter schaut trotz schwerem Schicksal freundlich offen zu uns und spricht englisch, was sehr aussergewöhnlich ist. Sie kommt aus einer ungebildeten Familie und hat mit 17 Jahren geheiratet. Ihr Mann ist vor 5 Jahren tödlich verunglückt, als er von einem Zug überfahren wurde, als er gerade Wasser holen wollte. Sie selbst hat ihre Schulbildung dann weitergeführt und lebt mit dem Sohn alleine. Dieser hat eine enge Bindung zu ihr. Er bringt oft ein Teil seines Schulvespers wieder mit nachhause, um mit der Mutter zu teilen. Auch hat er ihr öfters Wasser zum Trinken gebracht.
Hingabevoll…
Dieser hübsche Junge wurde im Oktober krank und fieberte 2 Wochen hoch und war komatös. Als sie später zu uns kamen, war dieser Infekt vorbei, jedoch der Junge körperlich und geistig behindert mit ausfahrenden Bewegungen, hyperaktiv und ganz auf die Mutter angewiesen. Er hatte eine Gehirnentzündung mit Substanzabbau (disseminierte Enzephalomyelitis). Die Mutter hatte einen Chapati-Shop aufgebaut und musste diese Einkommensquelle nun schliessen. Trotz diesen Schicksalschlägen betreut sie nun dieses Kind mit einer liebevollen Hingabe und lehrt uns die Demut. Wir überlegen alle, wie diese Chapatishop wieder zum Laufen gebracht werden kann.
Wärme für die Schwangeren
Das Reisfeld wartet…
In unsere Ambulanz kommt eine 45-jährige Frau mit einem dicken Knöchel. Sie erinnert sich nicht an ein Trauma Ereignis. Im Röntgenbild zeigt sich eine durchgehende Fraktur am Wadenbein, die nun einen Gips benötigt. Sie wehrt ab, das geht nicht, sie müsse nun auf das Feld, um dringend Reis anzupflanzen. Vor einer Woche war sie auf einem Dorffest, wo auch getanzt wurde und sie die Verletzung wohl bei Reisbier-Genuss nicht so wahrgenommen hat. Wir versuchen sie zu überzeugen, und benachrichtigen ihren Sohn, der sie abholt zum Chirurgen.
Dankbar: 15 Jahre St. Mary’s
Am 11. Februar feierten wir unser 15-jähriges Jubiläum des St. Mary‘s Krankenhauses. Wir haben 110 notleidende Patienten eingeladen, die voller Freude tanzten und auch ein Theaterstück aufführten. Unsere Angestellten haben wunderbar das Krankenhaus mit Bildergalerie und selbstgemalten Plakaten geschmückt. Berührend zu beobachten, wie die behinderten Kinder von Arm zu Arm wanderten und sich sichtlich wohl fühlten und ihre ganze Energie aufbrachten, um mitzumachen bei den Kinderlaufspielen. Eine 18-jährige Patienten war vor 4 Monaten noch halbseitig gelähmt und sprachlos (Apoplex), jetzt tanzte sie voller Freude grazil und lebendig mit. Das alles vor unserer Mariengrotte, wo wir dankbar den Schutz und Segen unserer Gottesmutter Maria spüren.
PDF-Dokument [6.8 MB]