Ostern in Indien: Hoffnungsfroh und voller Dank…

 

April 2026

Freudentränen

Eine große Freude war es, Disha wiederzusehen, nachdem sie 3 Monate wegen ihres Hirntumors in der onkologischen Klinik verbracht hatte. Die Eltern konnten es nicht fassen, dass ihr Kind nun so eine Heilung erfahren durfte. Sie wurden von den Ärzten, die sie bisher konsultiert hatten, stets verwiesen, in Bombay in ein großes Krebszentrum zu gehen, was für sie unerreichbar war und gleichzeitig ihr kleines Vermögen aufbrauchte. 

Zum Glück kamen sie zu uns und wir konnten mit unseren guten Arztkontakten, an unseren Onkologen weiterverweisen... Gemeinsam verbrachten wir den Aufnahmetag in Kalkutta in diesem Krebs-Zentrum, um alle nötigen Wege für Therapie und soziale Erleichterungen einzuleiten.

 

So gelang es den Eltern, sich auch später vertraut in diesem großen Zentrum zu bewegen. Alle Kosten konnten wir übernehmen. Die Eltern weinten nun vor Freude und Disha tänzelte fröhlich umher… Ein sehr berührender Moment für uns alle!! 

Einfach aushalten…?

Ein 5-jähriges Kind kommt in unsere Ambulanz, das vor 6 Monaten! seinen Mittelfinger in eine Wasserpumpe im Dorf eingeklemmt hatte. Es quoll das Muskelfleisch des Fingerendglieds unter dem Fingernagel hervor. Im Röntgenbild zeigte sich auch ein Verlust des Knochens…das muss wohl schrecklich weh getan haben!!... Jedoch so was hält man einfach aus!!

Schmerzen gehören zum Leben, die man auszuhalten hat!! So scheint es bei den Santals zu sein. Eine junge 17-jährige Frau, die gerade entbunden hat, gibt auf Nachfrage an, wie sie auf die bevorstehende Geburt vorbereitet worden sei… Die Schwiegermutter sagte, wenn sie Schmerzen spüre, dann beginnt die Geburt… Das reichte aus… So war es auch… Das war auch keines weiteren Kommentares nötig!

Hilfe nach langer Zeit…

Ein 8-jähriges Zwillings-Mädchen hatte nach einer Frühgeburt eine Infusion bekommen, wodurch es zu einer septischen Infektion des Unterarmes kam. Als die Eltern nach Entlassung aus der Entbindungsklinik einen Arzt aufsuchten, wollte dieser bei fortgeschrittener Infektion den Unterarm amputieren… Dies lehnten die Eltern ab… und warteten ab.

Nun kamen sie zu uns und wir entdeckten eine abgewinkelte Hand, die durch Hautstrikturen fehlgewachsen war… Wir wollen bei unseren bewährten Orthopäden, nun diese Lösung der verhärteten Strikturen und eine Korrekturstellung der Unterarmkochen veranlassen… Nach 8 Jahren!! Sie wächst allein bei ihrer Großmutter auf und ist bei uns voller Freude beim Mithelfen der Schwestern.

Lösungen kommen rasch!

Plötzlich hat die Regierung aufgrund der aktuellen politisch ökonomischen Situation den Gashahn abgedreht. Es gibt kein Gas mehr zu kaufen, was wir zum Kochen in unserer Küche und Ernährungsprogramm ja dringend brauchen. Auf dem Schwarzmarkt ist es zum 3-fachen Preis zu erhalten, was für uns auch keine Option ist… 

Also wird kurzer Hand sofort ein Ofen an der Außenterrasse des Krankenhauses gemauert, damit wir nun mit Holz und Kohle kochen können… Elektroherde sind auch nicht verfügbar, nur eine kleine Einzelkochplatte… Lösungen werden hier in Indien meist rasch umgesetzt!

Hoffnungsfroh – unsere Basanti

nsere langjährige Patientin Basanti hält freudig einen Palmwedel uns entgegen und freut sich schon auf Ostern, wo sie an der Morgenmesse teilnehmen will. Am Samstag zuvor hatte sie noch ihre Chemotherapie, sie gilt schon lang als austherapiert. Auf unser Drängen überlegt sich der Onkologe stets einen neuen Behandlungszyklus, jedoch ohne uns Hoffnung zu machen. Basanti ist voller Freude, als ob der Ostermorgen ihr neues Leben verheißt… Der Tumor stagniert im Wachstum!!

Heilpflanzen in Santal-Tradition

Ein hochfieberndes Kind hat eine Kette mit kleinen Ästchen-Teilen umhängen, das ihm der Häuptling des Dorfes gegeben hatte. Die Ästchen kommen von der Pflanze Nux vomica (Brechnuss-Baum), die bei uns in der Homöopathie gegen Erbrechen eingesetzt wird. Die Heilpflanzen werden bei den Santals eher am Körper getragen, manche auch als Tee-Abkochung oder als Paste verarbeitet.

Im März war es nachts noch recht kühl, viele kleine Kinder haben sich im Dorf erkältet, da sie meist auf dem Lehmboden liegen oder auch nur mit dünnen Decken bzw. Tüchern schlafen, so haben wir kleine Schlafsäckchen für sie bestellt… Bis diese geliefert kamen, waren die Temperaturen jedoch sprunghaft angestiegen, auf 38 Grad, so dass wir die Schlafsäcke nun erst mal aufbewahren.

Fruchtbarer Boden

Unser Permakultur-Garten gedeiht weiter ordentlich. Täglich haben wir vielerlei frisches biologisches Gemüse, welches von den Kindern auch gut gegessen wird. Es ist der ganze Stolz von unseren Farmern und Debashis, unserem Krankenhaus-Koordinator, der sich voller Hingabe dafür einsetzt.

Oster-Segen

Am Ostermontag konnten wir bei uns im Krankenhaus eine Messe für unsere Patienten und Angestellten halten. Danach wurden alle Räume und die Patienten gesegnet. 

Eindrücke: Dorfleben und Krankenhaus...