Weshalb eine Kinderklinik?

In den Dörfern West Bengalens leben die Santals, die Ureinwohner Indiens. Sie leben als einfache Reisbauern in Lehmhütten und können sich nur gelegentlich als Tagelöhner ein kleines Einkommen verdienen. Geld für Gemüse, Fleisch oder Milch haben sie meist nicht. Stattdessen ernähren sich die Santals von Reis und Linsen.  Die unausgewogene Ernährung führt zu Mangel- und Unterernährung. Besonders die Kinder sind geschwächt. Für sie kann ein gewöhnlicher Durchfall aufgrund ihrer mangelnden Abwehrkräfte bereits ein Todesurteil bedeuten. Das fernab gelegene städtische Krankenhaus ist für die Menschen im Dorf kaum erreichbar. Eine lebensrettende Behandlung scheitert oft schon am mangelnden Fahrtgeld.

Wem kommt das Kinderkrankenhaus zugute?

Die Kinderklinik macht den Kindern mittelloser Familien aus den umliegenden Dörfern medizinische Hilfe zugänglich. Behandelt werden untergewichtige Kinder sowie Kinder mit Infektionskrankheiten. Zusätzlich zu der kurativen Behandlung im Krankenhaus lernen wir Gesundheitshelfer aus den Dörfern für eine präventive Nachsorge an, so dass sich die Ernährungs- und Hygienesituation nach und nach wandeln kann. Der Santal Landwirt Nilu leitet die Familien zum eigenständigen Gemüseanbau an. Auf diese Weise soll eine nachhaltige Veränderung der Ess- und Hygienegewohnheiten in den umliegenden Dörfern erreicht werden.

Wer ist für das Fortbestehen der Kinderklinik verantwortlich?

Der Aufbau der Kinderklinik wurde von unserem mildtätigen Verein „Shining Eyes – medizinische Hilfe für Kinder und sozioökonomische Dorfentwicklung“ sowie den Karmeliterinnen in Indien, Bolpur, getragen. Schwester Pheelima ist Ärztin und betreute den Aufbau der Klinik tagtäglich. Dr. Monika Golembiewski ist Kinderärztin und reist seit mittlerweile 20 Jahren in die Dörfer um Bolpur, um sich für das Wohl der Kinder einzusetzen. Sie ist erste Vorsitzende des Vereins „Shining Eyes“ und wird von ihrem Sohn Nico, Ingenieur, und seiner Frau Silvia, Entwicklungsökonomin, unterstützt. In Indien kümmert sich momentan Sr. Lissy, die auch Hebamme ist, um die tägliche Organisation der Kinderklinik.

Wie viel kosten Aufbau und Unterhaltung der Kinderklinik?

Konstruktion und Erstausstattung haben rund 200.000 Euro gekostet. Hiermit konnten wir im EG 20 Betten für Kinder und im ersten Stock weitere 20 Betten für Mütter einrichten. Zudem haben wir ein Labor und eine Apotheke für unsere Patienten.


Für die laufenden Kosten fallen momentan rund 3.000 Euro monatlich an. Hierin enthalten sind u.a. die Anschaffung von Medikamenten, die Gehälter für unsere Krankenschwestern und 5 nahrhafte Mahlzeiten am Tag für die mangelernährten Kinder. Hinzu kommen Gebühren für Operationen und für notfallmäßig nach Kalkutta verlegte Patienten, wie unser Tuberkulose-Sorgenkind Ashrupi.

Was ist das Besondere an der Kinderklinik?

Neben der kurativen Therapie soll auch auf eine heilsame Atmosphäre und liebevolle Pflege Wert gelegt werden. Unsere Vision ist es, dem Leben die Hand zu reichen und Ja zu sagen zu Gottes Schöpfung, so dass sich die Kinder gesund entwickeln dürfen. 

 

Dazu lernen wir unsere Krankenschwestern und Sozialarbeiter an, die Lebenssituation der Familien zu erfassen und ihre Sorgen und Nöte zu hören. Bereits im Krankenhaus bekommen die Mütter eine Anleitung für eine verbesserte Hygiene und Ernährung, um weitere schwächende Infekte zu vermeiden. Nach Entlassung der Kinder halten wir gemeinsam mit unseren Dorfgesundheitshelfern den Kontakt in die Familien, um den Therapieerfolg zu festigen.

   

Bilder zum Aufbau der Kinderklinik