Ärztliche Sprechstunde am Vormittag

Am Vormittag findet am Krankenhaus eine offene Sprechstunde statt. Wenn die Familien in den Dörfern den Reis für den Tag gekocht haben, machen sie sich mit den Kranken auf zu uns. Sie kommen wenn möglich mit dem Bus; meist jedoch mit dem Fahrrad und oft auch zu Fuß. Schwer kranke Patienten, die sich nicht auf dem Fahrradrücksitz halten können, werden mit der Rikschah gebracht.  

Im Warteraum stehen schon unsere Helferinnen bereit und nehmen die Patienten zur Sprechstunde auf. Alle Kinder unter 5 Jahren werden gemessen und gewogen, um gleich zu sehen, ob sie mangelernährt sind. Bei den Schwangeren kontrollieren unsere Krankenschwestern bei der Aufnahme den Blutdruck, so dass sich der Arzt schnell ein Bild machen kann.

Versorgung durch unsere indischen Ärzte

Unsere indischen Ärzte schauen sich die Kinder im Arztraum an und wählen aus unserer Medikamentenliste die passende Medizin aus. Wenn ein Kind oder eine Mutter besonders schwach erscheint, nehmen wir sie stationär zur Behandlung auf.

 

Wir haben einen Kinderarzt, sowie zwei Allgemeinärzte. Besonders hilfreich ist unser Family Doctor, Dr. Sittaram, der unermüdlich die Schwangeren versorgt und auch Abszessspaltungen und weitere kleine operative Eingriffe vornehmen kann. Weiterhin ist uns der Kinderneurologe Dr. Swapan eine wichtige Stütze, der ein Mal im Monat aus Kalkutta kommt, um nach den neurologischen Kindern aus den Dörfern zu schauen.

Wie ein Wunder ist nun die französische Ärztin Marie-Claude an unserer Seite. Sie ist eine Ordensschwester der Helper Sisters und unterstützt uns seit Februar 2014 Tag für Tag in der Kinderklinik, um die Patienten kontinuierlich zu versorgen. Dabei kümmert sie sich auch gleich um die Statistik und behält im Auge, was die Hauptbeschwerden unserer Patienten sind: Mangelernärung und Anämien, Atemwegsinfekte, Durchfallserkrankungen sowie auch fast täglich Tuberkuloseverdachtsfälle.

Wundversorgung im Notfallraum

Im "Emergency Room", gleich neben dem Arztzimmer, werden während der Sprechstunde immer wieder Kinderohren von allerlei Insekten und Steinchen befreit und auch Wundversorgungen vorgenommen. Unsere indischen Krankenschwestern werden dafür auch von deutschen Volontären angelernt, so dass wir auch größere Wunden und Verbrennungen versorgen können.

 

Außerdem stehen im Notfallraum auch ein Sauerstoffgerät, EKG, Überwachungsmonitor und eine Phototherapie für die Neugeborenen bereit. So sind wir bestens ausgestattet zur Erstversorgung der Patienten und können bei akuten Notfällen weiter verlegen und sonst bei uns die Therapie gleich einleiten.