20 Betten für mangelernährte und infektiöse Kinder

Auf unserer Kinderstation wollen wir vor allem die mangelernährten Kinder aus den Dörfern mit 5 protein-, vitamin- und mineralstoffreichen Mahlzeiten am Tag aufpäppeln. Sie bekommen auch täglich Vitamin A, B Komplex und Zink, so dass sie ihre Reserven auffüllen können und ohne Mangelerscheinungen wie Nachtblindheit oder Konzentrationsschwäche durch unzureichende Gehrinreife heranwachsen dürfen.

Diese Mutter freut sich, dass ihr Kind mit 14 Monaten nun zu laufen beginnt. Zu Hause konnte sie es nicht ernähren, da die Familie nur Reis und Kartoffel hat und kein Geld für Eier, Milch, Bananen und Gemüse aufbringen kann. Nach 3 Wochen in unserer Klinik kann die Mutter miterleben, wie ihr Kind an Kraft gewinnt und an der Hand der Mutter unermüdlich den Flur hinauf und hinab läuft. 

Infektkinder und Tuberkuloseprävention

Die mangelernährten Kindern zeichnen sich durch eine hohe Infektanfälligkeit aus. Ein einfacher Durchfall kann dabei schnell ein Todesurteil bedeuten. Deshalb nehmen wir Kinder mit obstruktiven Atemwegsinfekten, Pneumonien, Durchfällen, Fieber und Otitis auf unserer Kinderstation auf und versorgen sie medizinisch. Mit den nötigen Medikamenten, stärkenden Vitaminen, der Fürsorge der Mutter und Pflege unserer indischen Krankenschwestern werden sie schnell gesund.

Ein besonderes Anliegen ist es uns, die Kinder vor einer Tuberkulose-Ansteckung zu beschützen. Wenn die Eltern mit Lungentuberkulose husten, stecken sie leicht ihre Kinder an, da sich die Keime in den dunklen Lehmhütten ohne Fenster gut halten. Um nicht später an Tuberkulose zu erkranken, brauchen die Kinder dringend eine Prophylaxe. Wir suchen nach diesen Kindern, um sie vor einer ernsten Erkrankung zu schützen.

Dennoch finden wir immer wieder Kinder mit Tuberkulose. Sie haben beispielsweise eine Wirbelsäulentuberkulose und sind gelähmt. Oder sie zeigen einen Befall der Haut, Lymphknoten oder Knochen. Auch Kinder mit tuberkulöser Meningitis bekommen wir. In Kooperation mit den German Doctors in Kalkutta können wir diese Kinder dankend behandeln und ihnen einen Weg in eine gesunde Zukunft bahnen.

Wundversorgung

Immer wieder nehmen wir auch Kinder mit Verbrennungen auf. Dieses Mädchen war beim Kochen ins Curry gefallen und zeigte ausgedehnte Brandblasen an der Hand. Wir haben sie zufällig während der Dorfsprechstunde gefunden und konnten sie im Krankenhaus dann sauber verbinden und eine schöne Heilung beobachten.

Neurologische Kinder

Da die Karmeliterinnen, mit denen gemeinsam wir die Kinderklinik betreiben, eine Physiotherapie haben, bekommen wir auch viele neurologische Kinder zur stationären Aufnahme. Am Nachmittag leiten wir die Mütter an, Klopf- und Atemübungen mit ihren Kindern zu machen und versuchen sie anzulernen, eigenständig nach ihren Kindern zu schauen und sie gut zu lagern und Spannungen durch Massagen zu lösen.

In der Pflege anlernen

Die deutschen Kinderkrankenschwestern lernen unsere indischen Hilfskrankenschwestern immer weiter in der Pflege an. In Indien ist dies neu und wir freuen uns, wenn unsere Helferinnen die Kinder baden, Abwaschungen bei Fieberpatienten vornehmen oder angelernt werden für Wickel und Einreibungen. Da die indischen Helferinnen keine volle Ausbildung haben als Krankenschwestern, bleibt ihre Fortbildung ein zentrales Aufgabenfeld der deutschen Helfer.