Aufbau eines Fachkreises für Shining Eyes

   

Wünschen Sie sich schon lange einen Einsatz in einem Entwicklungsprojekt? So ging es auch Dr. Monika Golembiewski. Lesen Sie hier, wie sie ihren Weg zu dieser Aufgabe fand und was es bedeutet, in einem unvollkommenen Entwicklungskontext zu wirken. So können Sie in sich hineinhören und prüfen, ob es Ihnen zusagt und Ihrem Wunsch entspricht, aktiv bei uns in Indien mitzuabeiten.

 

Wir freuen uns sehr über fachliche Verstärkung besonders von Kinderärzten und Gynäkologen zum weiteren Ausbau unserer Kinderklinik in Bolpur. Auch Kinderkrankenhschwestern und weitere medizinische Fachkräfte sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen.

 

Momentan suchen wir konkret für 2019 Volontäre, die für ca. 6-12 Wochen im Projekt mitarbeiten möchten. Hilfreich sind uns stets Kinderärzte und Kinderkrankenschwestern. Da wir nun besonders auch die Frauen mehr beraten zu Family Planning und verwandten Themen, sind uns auch Gynäkologen sehr willkommen. Zudem wollen wir gerne Physiotherapeuten/Logopäden einsetzen für unsere neurologischen Kinder, deren Mütter weiter angeleitet werden sollen.

   

Kinderärzte: Projekt "Reduktion kindlicher Mangelernährung"
Kinderärzte_Projekt Reduktion kindlicher[...]
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Kinderärzte: Projekt "Neugeborenenvorsorge und Mütterberatung"
Kinderärzte_Projekt Neugeborenenvorsorge[...]
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Gynäkologen: Projekt "Family Planning/ Schwangerenvorsorge"
Gynäkologen_Projekt Family Planning und [...]
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Kinderkrankenschwestern.pdf
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Physiotherapeuten.pdf
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Bedeutung einer Entwicklungsarbeit - Worte von Dr. Monika Golembiewski

Im März 1994 begann ich auf Einladung des Schriftstellers Martin Kämpchen als Kinderärztin eine medizinische Entwicklungsarbeit in den Santaldörfern, einem Stamm der indischen Ureinwohner. Durch meine jährlichen Einsätze und das Mitleben im Dorf habe ich die Lebensweise und Kultur der Santals immer mehr kennen- und lieben gelernt. So wurde ich auch mit den Nöten mehr vertraut und erkannte zusammen mit den Dorfbewohnern, dass präventive Maßnahmen eine langfristige Verbesserung erreichen können. Besonders das Mitfühlen und Einstimmen auf ihren Tagesrhythmus und ihre Lebensgewohnheiten haben mir immer mehr Zugang in ihren Herzen eröffnet. Für mich ist es ein großes Wunder, dass wir aus zwei verschiedenen Kulturen und Sprachräumen so vertraut miteinander leben können. Es ist für mein Leben eine große Bereicherung und ein Geschenk Gottes, mich mit diesen Menschen so verbunden zu fühlen wie in einer Familiengemeinschaft.

So möchte ich auch unsere Volontäre ermutigen, diese Schritte des Einlassens auf diese fremde Kultur zu gehen und sich Zeit zu lassen, all die neuen Erfahrungen und Erlebnisse zu verarbeiten. Wir werden reich beschenkt, wenn wir unser Herz den Menschen schenken, da sie sich auch ganz öffnen und sich ohne Verstellungen in uns spiegeln und an der Begegnung sich freuen, je warmherziger sie wird. Sie leben ganz in der Empfindungsseele, also im Fühlen und in den Stimmungen auch in den eigenen Fantasien und Ängsten, die wir gar nicht erahnen können. So entstehen oft Reaktionen und Handlungsweisen, die für uns Westeuropäer fremd und unverständlich sind, weil uns eben die Erklärungen und Zusammenhänge dafür fehlen. Wenn wir an unserem offenen Herzen und einem Annehmen der „vermeintlichen Schwächen“ festhalten, spürt es unser Gegenüber und wir bleiben auf der gemeinsamen Spur.

Unsere westlichen perfekten Abläufe sind im indischen Alltag unbekannt und können nicht eingefordert werden. Verbesserungen aus unserer Sicht müssen erst als solche für die indische Bevölkerung erkannt und verstanden werden. Am meisten überzeugen wir durch ein gemeinsames Tun, ein Vorleben, was wir gerne von den anderen uns wünschen, z. B. Verantwortung übernehmen. Unsere Pläne können wir im Kopf haben, aber nicht erwarten, dass sie morgen schon umgesetzt sind, oder so laufen, wie ich es zuhause am Schreibtisch in ruhiger Atmosphäre geplant habe. Der indische Alltag mit seinen vielen unplanbaren Herausforderungen und unvorherzusehenden Ereignissen fordert eine Präsenz mit einer raschen Analyse und neuen Lösungsmöglichkeiten heraus. Es hilft nichts, sich aufzuregen, warum es nicht so funktioniert, wie ich geplant habe, besser ist es, nach weiteren Wegen zu schauen, und diese gemeinsam zu gehen. Diese Geduld kann man sich nicht antrainieren, es geht nur aus Liebe zu diesen Menschen und einem Verstehen wollen. Bescheiden können wir dann erkennen, wie wenig wir alleine ausrichten können und wie viele hilfreiche Hände einfach so da sind. Jede einzelne Menschenbegegnung birgt eine Kostbarkeit, wo wir manches Mal spüren, mehr zu empfangen als zu geben.

Wenn wir unser Ja aussprechen, dürfen wir auch immer wieder erleben, was Gott Großes vollbringt, wozu wir nicht in der Lage sind. Gott so nah erleben zu dürfen ist das wunderschöne an dieser Arbeit.

 

Entwicklung ist ein Prozess, der Jahre oder Generationen dauert. Ein einzelner Besuch ist immer ein wertvoller Anstoß auf diesem Weg. Wenn wir unsere Pläne und Visionen im Inneren tragen und abspüren, was geht davon jetzt, dann überfordern wir uns auch nicht selbst und werden empfänglich und dankbar, was wir mit gemeinsamen Kräften jetzt erreichen können. Die Früchte sind nicht sofort und nicht immer für uns einsehbar.


Ihre Mitarbeit in Indien

In den vergangenen Monaten haben wir schöne Erfahrungen gemacht und Ärztinnen und Kinderkrankenschwestern im Projekt gehabt. Sie haben unsere indischen Hilfskrankenschwestern in der Pflege angelernt, die in Indien völlig fremd ist. Und unser Krankenhauspersonal fortgebildet in Tuberkulose und Hygiene. Bei der Dorfsprechstunde fanden wir gemeinsam viele Patienten.

 

Wenn auch Sie sich gut vorstellen können in unserem Projekt in Indien aktiv mit zu arbeiten, wenden Sie sich bitte an Monika Golembiewski, um mehr voneinander zu hören und sich ein wenig kennenzulernen.

 

Aufgaben vor Ort gibt es viele und können entsprechend Ihrer Erfahrungen gemeinsam geplant werden.

 

Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail oder rufen Sie an.