Waschhäuser und Toiletten

Morgens um vier gehen die Frauen raus aufs Feld zur Toilette. Dann heißt es Aushalten – erst am Abend, bei Einbruch der Dunkelheit, können sie wieder unbeobachtet ihre Notdurft verrichten. Wenn die Frauen Glück haben, können sie auch den Dorfteich als Toilette benutzen, wo dann allerdings gleich im Anschluss das Geschirr gewaschen und die Kleider geschrubbt werden. Auch die Ochsen nehmen nach der Feldarbeit hier ihr entspannendes Bad.



Viele Mütter leiden deshalb an Nierensteinen und klagen häufig über schmerzhafte vaginale Infektionen. Da dauerte es nicht lange, bis uns die jungen Mütter um eine Dorftoilette baten. Auch einen Waschraum wünschten sie sich, um mit sauberem Wasser baden zu können. Die Männer im Dorf packten gleich mit an und setzten Backstein auf Backstein, bis die Toilette fertiggestellt war. Wunderschön bunt erstrahlt nun der Stolz des Dorfes in Bishnubati – vor Freude gab es gleich ein großes Dorffest mit schönem Gesang und Tanz. Die Jugendlichen zeigten in einem Theaterspiel, wie die Bakterien vom Feld in den Nahrungskreislauf gelangen und dann die Schwachen im Dorf gleich krank machen. Alle lauschten dem Drama gespannt und klatschten dann voller Begeisterung.



Nun gibt es jeden Morgen eine lange Schlange vor dem Waschhaus in Bishnubati. Die Frauen schöpfen Wasser am Handbrunnen und reihen sich dann mit ihrem Eimer in die Reihe ein, um sich sauber waschen zu können. Schnell war klar - wir brauchen eine zweite Dorftoilette! Auch in Panchabanpur und Ringdanga haben sich die Dorfbewohner bereits ein erstes Waschhaus aufgebaut. In Bautijol sind die Männer gerade frohen Mutes am Werk und wollen ihre erste Dorftoilette noch vor dem Monsunregen fertigstellen. In Bishnubati steht das Einweihungsfest der zweiten Dorftoilette an!



Die Waschhäuser verbessern die Hygienesituation in den Dörfern erheblich. Die Frauen haben nun eine Alternative zum trüben Dorfteich und können auch am Tag zur Toilette gehen. Darüber freuen sie sich sehr – und wir freuen uns mit!