Tuberkulose-Screening

In den Dörfern finden wir immer wieder geschwächte Eltern, die ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Sie magern ab, husten viel und sind so schwach, dass sie sich kaum mehr bewegen können. Einige suchen unsere Dorfambulanz auf, jedoch andere bleiben hilflos in ihren Hütten und übertragen durch den engen Kontakt die Tuberkulose auf ihre Kinder. Dann kommen die Frauen zu den Sozialarbeitern des Dorfes und klagen, dass sie die Arbeit auf dem Feld nicht allein bewältigen können, ohne die schwere Erkrankung ihrer Männer zu erahnen.

Nun haben wir unsere Gesundheitshelfer angeleitet, alle Familien in den Dörfern zu besuchen und nach einem Score System die Tuberkulose ausfindig zu machen. Besonders die Kinder sind gefährdet, drei bis vier Jahre später ebenfalls an Tuberkulose zu erkranken, die sich dann oft außerhalb der Lunge manifestiert. Lymphknoten-Schwellung, Hautabszesse, Wirbelsäulen-Verkrümmung und Gelenkschwellung sind dann Zeichen für diese Erkrankung.

Mangelernährte Kinder, die wir in unsere Kinderklinik aufnehmen und trotz nahrhafter Aufbaukost nicht zunehmen und gedeihen, zeigen dann auch immer wieder die akute Erkrankung an Tuberkulose, was sich hinter einer Bronchitis oder Lungenentzündung versteckt.

Satya, unser Gesundheitshelfer, ist als DOTS-Helfer ausgebildet, d.h. er hat die staatliche Berechtigung Tuberkulosekranke zu betreuen. Er kann Sputumteste anfertigen, die unter dem Mikroskop die Krankheitskeime erkennen lassen. Klarheit bringen dann Röntgenbilder neben den Laboruntersuchungen, die wir zum Teil in unserem Krankenhaus durchführen können.

Wichtig ist, dass die Tuberkulose Erkrankten mindestens sieben Monate regelmäßig ihre Medikamente nehmen, Kontrolluntersuchungen machen und eine reiche Zusatzkost bekommen. Dafür haben wir unsere Dorfgesundheitshelfer ausgebildet, den Erkrankten ihre Medikamente direkt zu verabreichen und eiweiß- und vitaminreiche Zusatznahrung in die Hütte zu bringen.



10 Prozent der Kinder im Dorf sind an Tuberkulose infiziert und fallen trotzdem durch das staatliche TB-Programm, da es kein staatliches Vorsorge Programm gibt. Unser Ziel ist es, die zunehmende Tuberkulose durch eine konsequente Therapie in den Dörfern deutlich zu reduzieren und den Kindern eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.