Schwangerschaftsvorsorge

In den Dörfern haben wir die Erfahrung gemacht, dass die jungen Mädchen ohne jegliche Aufklärung ihrer sexuellen Entwicklung in die Ehe geschickt werden. Sie werden sehr jung, zum Teil schon mit 13 Jahren, verheiratet. Verfrüht bekommen sie dann ihr erstes Kind und bleiben ohne Schwangerschaftsvorsorge. 

Die Mütter sind selbst sehr zierlich und wissen auch kurz vor der Geburt noch nicht, wie ihr Kind wohl auf die Welt kommen wird. Wir hören immer wieder von Geburtskomplikationen, so dass bereits in einer Familie zwei Totgeburten vorkamen. Es gibt eine Dorfhebamme, die anfangs mit einer verrosteten Rasierklinge alle Neugeborenen-Nabel durchtrennt hat. Tetanus-Infektionen sind keine Seltenheit. Die Kinder, welche von den jungen Müttern zur Welt gebracht werden, sind ebenfalls untergewichtig und dystroph. 

Wir haben in Aufklärungsseminaren mit den jungen Mädchen und Jungen der Dorfschule erste Fortbildungen begonnen, die auf lebhaftes Interesse gestoßen sind und durch unsere Dorfgesundheitshelferin Leena verständnisvoll betreut werden. Besonders bei der Jugend mit Schulbildung ist ein Umdenken und neues Handeln möglich, um alte Tradition zu unterbrechen.

Nun bekommen die Schwangeren eine Zusatznahrung und nehmen am Ernährungsprogramm für mangelernährte Kinder teil. Wir haben unsere Dorfgesundheitshelfer angewiesen, die Schwangeren wöchentlich zu besuchen und Eisen-Folsäure-Tabletten und Vitamine zu verteilen und Tetanusimpfungen zu prüfen. 

Die Schwangeren aus Ghosaldanga und Bishnubati, die wir bereits regelmäßig in einer solchen Vorsorge betreuen, bringen deutlich kräftigere Kinder zur Welt. Die Mütter wissen jetzt auch, dass sie mit ihren untergewichtigen Kindern zu uns kommen können und Hilfe beim Stillen und Pflegen erfahren und sich nicht erst in lebensbedrohlichen Fällen an uns wenden. 

Im Krankenhaus werden die Mütter in einem Seminar über gesunde Ernährung informiert und dann zu einem kräftigen Essen eingeladen, das besonders für unsere Sr. Dr. Pheelima eine große Freude ist. Außerdem werden die Schwangeren bei uns wöchentlich von einem Arzt auf Schwangerschaftskomplikationen hin untersucht. Er möchte auch in Zukunft diese Schwangeren betreuen und in unserem Krankenhaus eine Entbindungsstation einrichten.

Hebamme und Gesundheitshelfer sind mit Boxen für medizinisches Untersuchungsgerät, Vitaminen und Mineralien ausgestattet und bringen die Patienten zur 14-tägigen Fortbildung ins Krankenhaus mit, bzw. schicken die Schwangeren in unsere Schwangeren-Sprechstunde.


Mit dieser Vorsorge wollen wir die Mütter-und Kindersterblichkeit senken, sowie Komplikationen vermeiden helfen und das Geburtsgewicht der Neugeborenen anheben.