Entenzucht

In Bishnubati haben uns die Frauen zu einem Meeting eingeladen. Am Abend sitzen wir zusammen und sie erzählen uns, dass sie sich in einer Gruppe zusammengeschlossen haben, um zu sparen. Das gibt ihren Familien Sicherheit, wenn die Reisernte wegen der zunehmenden Hitze wieder einmal mager ausfällt oder jemand in der Familie krank wird. Auf einmal beginnen die Frauen zu träumen, wie sie ihr Erspartes einsetzen können. Von Gemüsegärten, einer Ölpresse, Ziegen und Enten ist die Rede. Ein Einkommen wollen sich die Frauen verdienen, um besser für ihre Familien sorgen zu können. Das kommt uns gerade recht..



Spontan bieten wir unsere Hilfe an und gleich sind zwei Familien gefunden, die mit einer Entenzucht beginnen wollen. Einen kleinen Teich, wo die Enten schwimmen können, haben sie direkt neben ihren Hütten. Ein Lehmhäuschen für die Enten ist schnell gebaut. Und schon können in beide Entenhäuser zehn Küken einziehen. Zu Beginn brauchen sie ein Spezialfutter, doch bald finden sie ihr Fressen von ganz alleine. Die Frauen sind froh, da sie die Zusatzarbeit gut in ihren Alltag integrieren können und die Enten gut gedeihen – nur eine wurde von einer Ratte verspeist!



Mittlerweile sind die kleinen Enten herangewachsen und bebrüten schon ihre ersten Eier. Bevor die neuen Entchen schlüpfen, wollen die Familien einen Zaun um ihre Teiche bauen, um sie besser schützen zu können. Mit der vergrößerten Entenfamilie wollen die beiden Frauen dann Eier an ihre Nachbarn verkaufen. So verdienen sie sich ein Einkommen und gleichzeitig verbessert sich die Ernährung im Dorf. Wenn Verwandte zu Besuch kommen, wird auch einmal großzügig eine Ente gebraten. Dann haben die Familien ein besonders reichliches Zusatzeinkommen, das der Familie und besonders den Kindern zugutekommt. So können etwa Schulbücher, Milch, Kleider und Saatgut gekauft werden. 

In Zukunft wollen wir weitere Einkommensinitiativen unterstützen und Schritt für Schritt begleiten. So können sich die Familien eine gute Zukunft aufbauen und ihre Ideen und Träume realisieren. Auch viele Jugendliche planen einen kleinen Laden zu eröffnen. Wir wollen ihnen gerne die Hand reichen.